Eine Reise entlang des Fränkischen Gebirgswanderweges

Alles, was ich habe, trage ich bei mir (Herta Müller - Atemschaukel)

Einführung

Logo Fränkischer Gebirgsweg

Es geschah wie üblich am hellichten Tag. Ich war mal wieder unterwegs in Sachen Geocaching, dieses Mal in der Nähe des Städtchens Zell. Unterwegs sah ich immer wieder Hinweisschilder, die auf Teilstücke des Fränkischen Gebirgsweges verwiesen. Die Teilstrecken sahen durchaus so aus, als ob sie gut mit dem Fahrrad befahrbar seien. Und da ich in diesem Jahr noch nichts Nennenswertes mit dem Fahrrad gemacht hatte, kam ich auf die Idee, den Fränkischen Gebirgswanderweg einmal mit dem Rad abzufahren. So weit, so gut.


Der Fränkische Gebirgswanderweg ist ein Wanderweg, der im Norden bei Blankenheim (N 50° 24.000 E 011° 42.005) beginnt und durch den Frankenwald, das Fichtelgebirge, die Fränkische Schweiz und die Frankenalb nach Hersbruck (N 49° 30.590 E 011° 25.424) im Süden führt. Er hat eine Länge von insgesamt ca. 450 km und hält für den leidensfähigen Wanderer insgesamt mehr als 10000 Höhenmeter Anstiege bereit. Das ist immerhin eine Strecke von 10 km senkrecht in die Höhe.Smiley
Mehr Informationen zum Fränkischen Gebirgswanderweg gibt es auf der Website des Fränkischen Gebirgsweges.

Da man die vollständige Route des Fränkischen Gebirgsweges von deren Website herunterladen kann, sollte die Navigation mit Hilfe des Garmin GPSmap 60CSx wohl kein Problem sein. Garmin GPSmap 60CSx
60CSx
Wäre es wohl auch nicht gewesen, wenn man nicht das "geniale" Garmin-Programm Mapsource zur Hilfe nehmen müsste, um die Route auch einmal auf einer Karte sichtbar machen zu können. Dieses Programm ist schlichtweg das Letzte. Eigentlich eine Schande für ein Unternehmen wie Garmin. Aber denen kann's ja egal sein, die Geräte verkaufen sich scheinbar auch ohne besondere Nähe zum Kunden.
Als Kartenmaterial sowohl für das 60CSx als auch für das Mapsource-Programm diente die Europakarte von OpenStreetMap
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Karte Gebirgsweg
Für den Fall, dass jemand einmal etwas ähnliches vorhat, habe ich hier die GPS-Daten in Form von Tracks mit max. 500 Wegpunkten pro Etappe im .gpx-Format zum Download vorbereitet. Das GARMIN GPSmap 60CSx kann ja bekanntlich nur maximal 500 Wegpunkte pro Track (Etappe) verwalten.

Das Buch "Fernwanderweg Fränkischer Gebirgsweg" vom Esterbauer-Verlag (ISBN 978-3-85000-512-8) hat mir unterwegs wirklich ausgesprochen gute Dienste geleistet. Dieses wunderbare Buch kann man übrigens beim lokalen Buchhändler kaufen. Der ist freundlich und kompetent und das Buch ist am nächsten Tag da. Der amerikanische Gemischtwarenhändler, der sich die Frechheit heraus nimmt, eine Institution wie Wikileaks von ihren lebenswichtigen Servern abzuschneiden, ist zur Beschaffung wirklich nicht nötig.
Das Gepäck war wie immer das übliche "Weltumrundungsgepäck". Dieses Mal waren auch das Mini-Laptop und das nagelneue Zelt mit an Bord. Mit Verpflegung und vollen Wasserflaschen kam das Gepäck auf ein Gewicht von 42 kg. Das Fahrrad wiegt 17 kg, mein Gewicht bei Abreise betrug 102,3 kg (Schande über mich Smiley) Insofern waren ca. 160 kg über die Höhe von 10000 m zu bewegen. Rosige Aussichten, zumal mein Trainingszustand wirklich bedenklich war. Aber Training kommt bekanntlich durch's Fahren.

Die Etappen im Einzelnen

Etappe 1  Weidmes - Issigau, 28.08.2011

Gepackt wurde bereits am Freitag, den 26.08.2011, denn am Samstag sollte es losgehen. Am Samstag morgen dann strömender Regen. Ist ja klar, die ganze Woche davor war ja schliesslich schönes Wetter. Also den Samstag noch abgewartet. Am Sonntag Morgen dann alle Packsäcke aufs Rad geschnallt und um 11:30 ging's dann endlich los. Das Ziel für heute war Blankenheim, um auf den Fränkischen Gebirgsweg zu kommen. Das Ende dieser Etappe war Issigau, wo ein Campingplatz (Schloss Issigau) das Etappenende markierte. Click to enlarge
Raus aus Weidmes
Das Wetter war so lala, wolkig und teilweise sogar sonnig.
Aus dem schönen Dörfchen Weidmes führen 2 Strassen hinaus in die weite Welt. Leider hat jede dieser beiden Strassen eine Steigung von 12 -16%. Also war schon nach ca. 200 Metern der langen Reise Schieben angesagt. Die auf dem Foto dargestellte Teilstrecke hat mindestens eine Steigung von 16%. Das geht ja schon gut los Smiley Endlich oben angekommen ging's über Neuensorg, Waldhermes nach Grünlas. Dort war dann wieder Absteigen und Schieben angesagt, genau wie ein paar Kilometer weiter in Schlockenau. Click to enlarge
Vor Schlockenau
Die Sonne und die immer wieder wunderbare Aussicht liessen die Moral zusehends besser werden. Bei Enchenreuth wollte ich dann doch mal schlauer sein als mein GPS und fuhr prompt 5 km in die falsche Richtung. Na ja, alles Training. Es waren ja nur 100 Höhenmeter. Smiley
Weiter ging's bei teilweise strahlendem Sonnenschein nach Naila Click to enlarge
Brücke bei Naila
und dann nach Marxgrün. Etwas nördlich von Marxgrün lag ein Geocache auf der Strecke, den es nun zu suchen galt. Dazu ging es zunächst erst einmal für einen Kilometer eine Steigung hinauf, die es wirklich mal wieder in sich hatte. Oben angekommen gab es zur Belohnung einen kaum noch befahrbaren Waldweg, der schliesslich auf eine Wiese führte. Und da stand sie dann, unschuldig wie der junge Morgen, die Ruine einer Eisenbahnbrücke der ehemaligen Bahnlinie Triptis-Marxgrün. Click to enlarge
Brückenruine bei Marxgrün
Dort sollte der Geocache also versteckt sein. Und nach knapp einer Stunde fand ich ihn dann auch. Versteckt in einem Stück Schlauch. Ha!
Also flugs ins Logbuch eingetragen und wieder zurück auf die Reiseroute. Kurz bevor es wieder den Berg hinunter ging, fiel ich dann auch noch dem Hungerast zum Opfer. Da half kein Energieriegel mehr, da musste schon was Handfestes her. Also bei der nächsten Bank angehalten und erstmal die Lebensmittelvorräte geplündert. Nach 20 Minuten Pause ging es dann weiter in Richtung Lichtenberg. Der Geocache hatte mich gut 2 Stunden Fahrzeit gekostet. Das war gar nicht gut.

Egal jetzt, auf nach Lichtenberg. Click to enlarge
Burgruine
Lichtenberg
Lichtenberg ist ein Städtchen mit einer mehr als 1000jährigen Geschichte, umgeben von der wild romantischen Landschaft des Höllentales. Und Höllental sagt es schon: Höllische Anstiege Smiley Etwa 1 Kilometer vom Einzugsgebiet Lichtenbergs entfernt verlief hier übrigens die ehemalige Zonengrenze.
Die Altstadt mit dem 1987 sanierten historischen Marktplatz und den engen Winkeln und Gassen ist schon einen Besuch wert. Zusammen mit der Ruine des einst mächtigen, stark befestigten und als uneinnehmbar geltenden Schlosses liegt sie auf einem Bergkegel, der einen atemberaubenden Blick über die umgebende Landschaft bietet.
Diese Ruine war das Ziel und rein zufällig lag auch hier wieder ein Geocache versteckt. Die Suche nach diesem Cache liess sich ganz gut in die Besichtigung integrieren, war aber am Ende nicht von Erfolg gekrönt. Die Zeit verging wie im Fluge, die Uhr zeigte erbarmungslos 19:15 an. Um 20:30 wird es dunkel und es liegt noch ein gutes Stück des Weges nach Issigau vor mir. Zeit, diese Perle des Frankenwaldes wieder zu verlassen.
Nächstes Ziel ist Blankenstein, der Ort an dem der Fränkische Gebirgsweg offiziell beginnt.
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Blick auf Blankenstein
Blankenstein besteht seit 1258 und hat ca. 1000 Einwohner. Es liegt im südöstlichen Teil Thüringens, natürlich nahe der Grenze zu Bayern. Hier vereinigen sich die beiden Flüsse Saale und Selbitz miteinander. Sie bilden zusammen den Zufluss für die längste (28 km) Talsperre Deutschlands, die Bleilochtalsperre. Der Ablauf dieses Stausees ist die Saale. Blankenstein ist aber auch der Beginn verschiedener prominenter und weniger prominenter Rad- und Wanderwege. So beginnt hier neben dem Fränkischen Gebirgswanderweg auch der legendäre Rennsteig. Der "Saale-Orla-Weg", der "Blaue Kammweg", der bis zum Riesengebirge führt, oder der "Saale-Radwanderweg" von der Saale-Quelle bis zur Elbmündung nehmen hier ihren Start- oder Endpunkt.
Viel Zeit zum Suchen des offiziellen Startpunktes des Fränkischen Gebirgswanderweges blieb nicht, schliesslich war es mittlerweile schon 20:00. Also durchgefahren und entlang der Panoramastrasse nach Issigau. Nach ca. 5 Kilometern wurde die Saale noch einmal überquert. Die Dämmerung setzte bereits ein und die Beine wurden langsam müde.
Die härteste Prüfung des heutigen Tages lag jedoch witzigerweise so kurz vor dem Etappenende noch vor mir. Nun ging es auf 5 Kilometern mit zunehmender Steigung nur noch bergauf. Nach 3 Kilometern war ich mal wieder am Ende meiner Kräfte und Schieben war angesagt. Eine Bank lud zu einer 15 minütigen Rast ein. Danach noch ein kurzes Stück Schieben und schon konnte ich wieder fahren. Der höchste Punkt dieses harten Teilstückes war dann auch bald erreicht. Die kurze, aber knackige Abfahrt hinunter nach Issigau konnte leider nicht für den langen Anstieg entschädigen.
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Campingplatz Issigau
Endlich, um 20:45 am Campingplatz angekommen, wurde dann doch noch alles gut Smiley Nach einem Bierchen flugs in finsterer Nacht das Zelt auf knochenhartem Boden aufgebaut, geduscht und um 22:00 ab im Bett.

Gefahrene Kilometer: 60.5 km, Schnitt 14,5 km/h


 

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Etappe 2  Issigau - Münchberg, 29.08.2011

Am frühen Morgen, so gegen 8:00, öffnete ich nach gutem und tiefem Schlaf die Augen. Die Morgensonne tauchte das Innere des Zeltes in wohliges gelbes Licht. Damit war die Hauptfrage dieses Morgens bereits beantwortet. Das Wetter würde also zumindest während der nächsten Stunden schön sein.
Nach einem Frühstück im Restaurant des Campingplatzes ging es daran, alles wieder streng nach einer Packliste zusammenzupacken und auf dem Fahrrad festzuzurren. Um 11:15 war dann alles fertig und die Fahrt konnte beginnen.
Die heutige Etappe hatte lauf GPS eine Länge von 38.5 km. Das Ziel war Münchberg.
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Erstes Hinweisschild
Das Örtchen Issigau liegt direkt an der Strecke des Fränkischen Gebirgsweges und an der Ausfahrt des Campingplatzes sah ich auch schon das erste Hinweisschild. Um diesen kleinen Hinweisschildern zu folgen, muss man wirklich Adleraugen haben. Sehr leicht kann man sich verfahren, wenn man eins dieser Schilder übersieht. Der Fränkische Gebirgswanderweg biegt des öfteren irgendwo unvermittelt ab, auch auf Pfade, die auf den ersten Blick gar nicht als solche zu erkennen sind. Diese Erkenntnis sollte ich später noch am eigenen Leib erfahren.
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Blick auf Issigau
Es dauerte nicht mal einen Kilometer, da stand am Ortsausgang von Issigau bereits der erste harte Berg an. Leider kommen die Steigungen auf den Fotos nicht immer so zur Geltung, wie sie es verdienen würden. Jedenfalls war das schon so früh am Morgen eine elende Schieberei. Der Berg war so steil, dass mir auf dem Schotterbelag bedingt durch das seitliche Ansetzen der Schiebekraft häufig das Vorderrad wegrutschte. Das machte die Angelegenheit nicht eben einfacher.
Oben angekommen ging es dann für ein kurzes Stück über Feldwege und Wiesenpfade wieder in den Wald hinein. Hier wurde der Weg dann erstmals extrem schlecht. Es ging hoch und runter, dicke Wurzeln wuchsen quer über den Pfad, so dass an Fahren gar nicht mehr zu denken war. Hinter diesem Waldstück kam dann eine asphaltierte Strasse und ich witterte schon Morgenluft, in der fälschlichen Annahme, das vorherige Waldstück sei eventuell eine Ausnahme gewesen. Click to enlarge
Einer der bessereren Wege
Aber schon bald bog der Wanderweg wieder links in den Wald hinein. Dieser Weg sah noch schlimmer aus, als der vorherige. Nach 50 Metern Quälerei lag dann der erste Baum quer über dem Weg. Zu diesem Zeitpunkt, es war immerhin schon 13:30, hatte ich salopp gesagt die Schnauze voll vom Gebirgsweg. Also habe ich mit Mühe und Not das Fahrrad mit Hänger umgedreht und bin zurück auf die Strasse. Eine neue Strategie musste her. So konnte es auf keinen Fall weitergehen.
Zum Glück hatte ich ja das Buch über den Gebirgsweg dabei. Mit dessen Hilfe konnte ich mir die an der Strecke liegenden Orte auf einem Zettel notieren und blieb dadurch auf dem weiteren Weg trotzdem immer nah am Fränkischen Gebirgswanderweg. Streckenabschnitte, die mit dem Fahrrad befahrbar sind, werden auf den Karten des Hikeline-Buches auch als solche dargestellt. Das hat die Routenplanung extrem vereinfacht. Leider war damit auch mein GPS-Gerät für diese Etappe zum Nichtstun verurteilt. Ein schwerer Schlag für einen Technik-Freak wie mich. Click to enlarge
Rathaus in Selbitz

Und so ging es dann relativ zügig durch Wald und Feld Richtung Selbitz. Hier in Selbitz war meine Liste an Wegpunkten zu Ende. Es wurde Zeit, den Rest der Strecke zu notieren. Ich hielt deshalb bei der nächsten Kneipe, die eine Möglichkeit zum draussen Sitzen bot, an. Ich bestellte ein Alsterwasser (welches in Bayern eher als "Radler") bezeichnet wird und schrieb in Ruhe meine weiteren Stationen auf. Nach 30 Minuten hatte ich die Liste zusammen und fuhr wieder los. Um möglichst nah am Fränkischen Gebirgswanderweg zu bleiben, führte die Strecke meistens durch kleine Dörfer, deren Hinweisschilder manchmal schwierig zu finden waren. Ich musste also öfter anhalten, um nach dem Weg zu fragen. Eine sehr nette Passantin in Selbitz gab mir den Tipp, einen neu erstellten Radweg zu versuchen, der genau in meine Richtung führte. Dieser Radweg stellte sich als Glücksfall heraus. Er war asphaltiert und daher sehr schön zu fahren. Click to enlarge
Blick auf Uschertsgrün
Nach ca. einer Stunde führte der Radweg einen ziemlich steilen Berg hinauf und bog dann plötzlich nach rechts ab. Ich musste jedoch nach links in Richtung Schauenstein. Dass hiess, es ging auf die Bundesstrasse und einen ziemlich langen Berg hinauf. Der Anblick dieser Steigung machte mich müde Smiley
Wie durch Zufall stand ich auf einem kleinen Parkplatz mit einer Bank. Genau da, wo ich den Radweg verlassen musste. Die Aussicht von der Bank war wunderschön, der Blick fiel auf das Dörfchen Uschertsgrün. Mittlerweile war es 15:30 und Zeit, etwas Vernünftiges zu essen.
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Errichtung eines
Windkraftwerkes
Eine 3/4 Stunde später sass ich wieder auf dem Rad und es kam, wie es kommen musste. Absteigen und Schieben, und zwar für einen ganzen langen Kilometer. Aber das war ja nicht das erste Mal, insofern war alles in Ordnung. Oben in Schauenstein angekommen musste ich wieder nach dem Weg fragen. Über kleine Strassen und gute Pisten mit Splitbelag ging es zügig weiter. Mitten im Wald, ca. 6 km vor Münchberg, so gegen 18:30 machte ich dann noch mal eine Pause, um mir anzuschauen, wie die Stromkabel in den oben offenen Turm eines im Bau befindlichen Windkraftwerkes verlegt wurden.
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Abenddämmerung vor
Münchberg
So gegen 19:00 traf ich dann am Ortseingang von Münchberg ein. Da in der Nähe kein Campingplatz lag, schaute ich also in meinem schlauen Buch nach, um ein Hotel oder eine Pension zu finden. Die fand ich auch, rief dort wegen der Reservierung an und fuhr weiter. Ich wollte mir eigentlich noch den Rohrbühlturm anschauen, der etwas südwestlich von Münchberg liegt. Mittlerweile war es 19:30, mir war kalt und es wurde dunkel. Also verschob ich die Besichtigung des Rohrbühlturmes auf den nächsten Tag und machte mich auf zum Frankenhof in Münchberg. Auch Münchberg setzte als Preis für Ruhe und Erholung erstmal wieder eine ordentliche Steigung an. Aber diesen Berg erklomm ich mit zusammengebissenen Zähnen, ohne auch nur einmal abzusteigen Smiley.
Der Frankenhof in Münchberg erwies sich für mich als wirklich üble Spelunke und das soll bei mir schon etwas heissen! Toilette und Bad auf dem Flur, das Ganze erinnerte mich ein wenig an alte Sovjet-Zeiten. Aber ich war müde und hatte wirklich keine Lust, noch einmal los zu fahren, um etwas Besseres zu suchen. Wenigstens war das Bett frisch bezogen und es gab Steckdosen, um alle Akkus wieder aufzuladen. Also verbrachte ich die Nacht dort. Um 21:30 war Schicht im Schacht und ich begab mich in Morpheus Reich der Träume.

Gefahrene Kilometer: 36 km, Schnitt: 11,26 km/h

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Etappe 3  Münchberg - Weissenstadt, 30.08.2011

Am Morgen des 30.08 spukte ich schon um 7:00 hellwach in der Siffbude herum. Die Klamotten waren schnell gepackt und dann noch ein Frühstück in der einigermassen geführten Gaststätte. Während des Frühstücks klickte ich mir auf dem Laptop noch schnell eine Route mit dem MapSource-Programm zusammen und übertrug sie auf mein GPS-Gerät. Um 9:20 sass ich auf dem Rad und es ging bei bestem Wetter wieder los.
Das heutige Ziel war Weissenstadt, genauer gesagt der Campingplatz am Weissenstädter See. Auf diesem Campingplatz bin ich mittlerweile Stammgast, so oft war ich schon hier.
Laut Buch ging der Gebirgsweg vom Bahnhof Münchberg aus weiter. Also fuhr ich erstmal durch die Münchberger City zum Bahnhof. Dort stand eine riesige Informationstafel mit allen Wanderwegen, die von hier aus weitergingen. Hier hatte ich dann die Wahl, welchen Wanderweg ich nehmen könnte. Der Gebirgsweg wartete gleich mit Treppen auf. Textilweg und Quellenweg führten jedoch in dieselbe Richtung.
Also ging es zunächst einmal auf dem Textilweg weiter. Er war vollständig asphaltiert und so kam ich gut voran. Später, als der Textilweg von der geplanten Route abwich, wechselte ich auf den Quellenweg. Der Quellenweg führt auch zur Saalequelle, die ein Zwischenziel auf dem Fränkischen Gebirgsweg darstellte.
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Erstes Bild des Tages.
ca. 4 km südl. Münchberg
Zeitweise verdunkelte sich der Himmel doch etwas beängstigend, aber es sollte doch während der gesamten Etappe trocken bleiben.
Die Navigation mit dem GPS-Gerät stellte sich als grosse Hilfe heraus. Dennoch verfuhr ich mich hier und da um ein paar Hundert Meter, wenn ich eine Abbiegung verschlafen hatte.
Der Quellenweg war ebenfalls recht gut zu befahren. Er führte jedoch auch über Schotterpisten und Waldwege, die aber kein wirkliches Hindernis darstellten.
Kurz vor Zell führten dann Quellenweg und Gebirgsweg über die gleiche Strecke. Punkt 12:00 traf ich in Zell auf dem Marktplatz ein.
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Ortseingang Zell
Dort gibt es ein kleines Lebensmittelgeschäft mit einem Stapel Paletten vor der Tür. Jedesmal, wenn ich durch Zell komme, kaufe ich dort ein wenig Zeuchs ein und mache auf dem Palettenstapel eine Pause. Die ist dann auch nötig, denn der Weg hinauf nach Zell ist einfach abartig steil. Nach der Pause noch 200 Meter schieben und dann geht's weiter auf Asphalt in Richtung Saalequelle.
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Kurz vor der Saale-Quelle.
Nach ein paar Kilometern biegt der Quellenweg links ab in den Wald. Von nun an wird es wieder richtig hart. Es geht steil bergauf und der Weg wird schlechter. Unterwegs halte ich bei einer Bank mitten im Wald an, denn ich brauche dringend eine Pause, sogar vom Schieben. Danach geht es schiebend weiter. Zwischendurch kann ich immer mal wieder ein Stück fahren. Und so komme ich um 13:00 an der Saalequelle an. Es handelt sich hier um die sächsische Saalequelle.
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Die Saale-Quelle
Die sächsische Saale ist mit 413 Kilometern Länge nach der Moldau der zweitlängste Nebenfluss der Elbe. Sie führt durch Bayern, Thüringen und Sachsen-Anhalt und mündet schliesslich bei Barby in die Elbe. Obwohl sie "Sächsische Saale" heisst, hat sie keine Berührung mit dem Land Sachsen.
Die Quelle der Saale ist auch der Anfangspunkt des 427 km langen Saale-Radwanderweges. Sicher ein lohnendes Projekt für die Zukunft. Der Himmel war bei der Ankunft sehr bewölkt, so dass ich nur missmutig meine Fotos machte. Als ich dann alles wieder verpackt hatte und weiterfahren wollte, kam dann doch noch die Sonne zum Vorschein. Also das ganze Photozeuchs wieder ausgepackt und die Serie noch einmal bei Sonnenschein geschossen.
Mittlerweile war es 13:30 und Zeit, weiter zu kommen. Ich befand mich nun an der Saalequelle auf dem Gebirgsweg. Der Quellenweg führte zunächst in eine andere Richtung. Ich sollte aber noch des Öfteren wieder auf ihn treffen. Was nun kam, war der blanke Horror. Es ging teilweise 25%ig hinauf, Strukturen eines Weges waren kaum noch zu erkennen. Der Weg war komplett mit dicken Wurzeln überwachsen und Felsbrocken bildeten die Stufen, auf denen es nun bergauf ging.
2,6 Kilometer waren es jetzt noch bis zum nächsten Ziel, dem Bärenfang am Waldstein. Oha. Es gab keine wirkliche Chance, diese schlimme Strecke zu umfahren. Also quälte ich mich den Berg hinauf. Ich habe für die knapp 3 Kilometer mehr als eine Stunde gebraucht und war zwischendurch fix und fertig.

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Am Ende der Marterstrecke.
Das Bild "Am Ende der Marterstrecke zeigt am Horizont 2 Berggipfel. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass jeder dieser beiden Gipfel von einem Turm gekrönt ist. Links neben der rechten Fichte sieht man den Sendeturm der Bayrischen Rundfunks, der den Gipfel des Ochsenkopfes markiert. Rechts neben der linken zerfledderten Fichte ist der Schneeberg-Gipfel mit seinem charakteristischen Fernmeldeturm zu sehen. Dieser Turm wurde früher von der Bundeswehr zur militärischen Fernaufklärung genutzt. Ochsenkopf und Schneeberg stellen in etwa die Hälfte der gesamten Strecke des Fränkischen Gebirgswanderweges dar.
Gegen 14:30 hatte die Quälerei ein Ende und ich erreichte auf guten Schotterpisten endlich den "Bärenfang" und den kurz dahinter liegenden "Grossen Waldstein".
Dieser Bärenfang ist die einzige noch erhaltene Bärenfalle.
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Der Bärenfang
Die Bären wurden darin lebend gefangen und anschliessend zu allerlei Schandtaten missbraucht. Eine erste schriftliche Erwähnung gab es bereits im Jahre 1656. Im Jahre 1760 war der Bär dann endgültig im ganzen Frankenland ausgerottet, jedenfalls wurde seit 1760 keines dieser Raubtiere mehr im Bärenfang kassiert.
Weitere Informationen zum Bärenfang gibt es hier. Nach dem Bärenfang ging es nur 500 Meter weiter zum "Grossen Waldstein"
Der Große Waldstein ist Teil des Waldsteinzuges im Fichtelgebirge.
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Der Waldstein.
Er ist vor allem durch seine Felsen bekannt, deren Zerklüftung durch die sog. Wollsackverwitterung entsteht. Aber auch seine seine Schlossruinen und der oben beschriebene Bärenfang sorgen für seine Attraktivität.

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Wollsackverwitterung
Die sächsische Saale entspringt nebenbei bemerkt auch am Fuße des Großen Waldsteins (s. o.).
Der Gipfel des Großen Waldsteines liegt bei 877 m ü. NN. Er gehört zum nördlichen Fichtelgebirgs-Hufeisen. Im Bereich des Gipfels befindet sich Mischwald mit sehr altem Buchen und natürlich die mächtigen Felsentürme.
Der Waldstein-Felsen bietet neben seiner eigenen Erscheinung einige Sehenswürdigkeiten, wie die Burgruine "Rotes Schloss" oder den sogenannten Teufelstisch. All diese Juwelen gilt es zu erklettern. Da sich aber alles in unmittelbarer Nähe befindet, ist das Erklettern aber kein grosses Problem und vor allem ist es auch in akzeptabler Zeit zu erledigen.
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Der Teufelstisch.
So gegen 15:00 war dann alles Sehenswerte besichtigt und fotografiert. Da das Waldsteinhaus, die Gaststätte direkt am Waldsteinfelsen, heute ihren Ruhetag hatte, gab es keinen Grund mehr zu Verweilen. Also ging es nun auf die letzten knapp 10 km zum Campingplatz am Weissenstädter See. Dieses Stück war das reinste Vergnügen, denn es ging nun fast ausschliesslich mit teilweise 12 - 15 % Gefälle bergab. Diese Strecke bin ich ein paar Wochen vorher auf einer Tour in die Tschechien schon einmal gefahren, aber bergauf. Und da war mir bei der gleichen Strecke doch ein bisschen anders geworden.

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Abendstimmung am
Weissenstädter See.
Auf dem Campingplatz "Weissenstädter See" bin ich bereits Stammgast. Das Zelt war im Nu aufgebaut und gegen 16:00 war für den heutigen Tag Feierabend. Das Wetter war gut, es war einigermassen warm. So war noch ausreichend Gelegenheit, ein wenig Abendstimmung mit der Kamera einzufangen. Als es dann zu dunkel für Freihand-Photos war, machte ich mir Restaurant des Campingplatzes noch ein paar Gedanken zur Route des nächsten Tages. Das Ergebnis fasste ich wie jeden Abend wieder in einem abstrakten XML-File zusammen, speicherte die Route im GPS und um 22:00 war Bettzeit.

Gefahrene Kilometer: 33 km, Schnitt: 11,2 km/h

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Etappe 4  Weissenstadt - Heidelheim/Selb, 31.08.2011

Nach einer guten Nacht waren alle Speicher morgens um 8:30 wieder aufgetankt. Der erste Blick aus dem Zelt verhiess nichts Gutes. Der Himmel war bewölkt und es war recht kühl.
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Morgendliches Packritual.
Auf dem Weg zur Dusche klopfte ich dann sicherheitshalber noch einmal auf das Barometer und siehe da, der Zeiger bewegte sich nach oben. Sehr schön. Nach dem Duschen ging es dann gleich zum Frühstück ins Restaurant des Campingplatzes. Zelt und Gepäck wurden in aller Ruhe wieder verstaut und um 11:40 Smiley ging es dann endlich wieder auf Tour. Das Wetter war heute morgen nicht gerade motivierend.

Erstes Etappenziel für heute sollte die Burgruine Epprechtstein sein.
Zunächst ging es in schneller Fahrt und über asphaltierte Strassen in Richtung Kirchenlamitz. Nach ca. 6 km nahm ich den Radweg, nur um nach weiteren 400 Metern diesen wieder verlassen zu müssen. Es ging über einen Feldweg an einem Waldstück entlang doch wieder zurück zur Hauptstrasse. Diese wurde jedoch nur überquert, um auf die eigentliche Strasse zur Ruine zu gelangen. Jetzt ging es wieder über Schotterpiste und später Waldwege beschwerliche 3 Kilometer weiter zur Ruine.
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Auf dem Weg zur
Ruine Epprechtstein.
Der Waldweg wurde immer schlechter und war schliesslich unbefahrbar. Ich beschloss daher, das Rad mit allem Gepäck in die Büsche zu schieben und gut verschlossen zurück zu lassen. Nach einer Weile kam ich an den Luisentisch. Hier stehen eine Schutzhütte und zwei steinerne Bänke nebst Sitzgelegenheit. Der Platz soll an die mecklenburgische Prinzessin Luise als Gemahlin Friedrich Wilhelm III, König von Preussen, erinnern. Beide besuchten im Jahr 1805 am 21. Juni den Epprechtstein.

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Burgruine Epprechtstein.
Um 12:30 kam die Ruine der Burg Epprechtstein dann endlich in Sicht. Und wie bestellt wurde auch das Wetter langsam wieder etwas freundlicher. Und mit einer Höhe von knapp 800 Metern ü. NN war auch mein täglicher Bedarf an Höhenmetern bereits gut abgedeckt. Liesst man den Text im angegebenen Link zu dieser Burg durch, so entsteht der Eindruck, der Luisentisch befände sich direkt an oder in der Ruine.

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Blick von der Ruine
auf Kirchenlamitz.
Dem ist aber ganz und gar nicht so. Der Luisentisch befindet sich weit vorher auf einer Lichtung im Wald.
Wie dem auch sei, von der Aussichtsplattform der Ruine hatte man jedenfalls einen grandiosen Blick über das Fichtelgebirge. Mittlerweile war es auch schon wieder 14:30 und es wurde Zeit für den Rückweg. Unterwegs traf ich noch auf ein Grüppchen rüstiger Rentner, die sich sichtlich freuten, denjenigen zu treffen, dem das Rad im Gebüsch gehörte.
Das Rad war unversehrt und es ging weiter über den 6-Ämter Radweg und für ein kurzes Stück über die Hauptstrasse nach Kirchenlamitz. In Kirchenlamitz teilte ich mir eine Bank mit zwei jugendlichen Punks, um eine kleine Pause einzulegen und die Nachmittagssonne ein wenig zu geniessen. Nach einer Weile verzogen sich die Punks, natürlich nicht ohne standesgemäss ihren Müll auf der Bank liegen zu lassen. Davon schwoll mir natürlich wieder der Kamm, aber machen konnte ich auch nichts dran.

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Rathaus Kirchenlamitz.
Also wieder auf's Rad und auf guten Radwegen nach Niederlamitz. Das nächste Ziel sollten die legendären Zigeunersteine sein. Ich wusste allerdings nur, dass sie irgendwo an der Route liegen sollten, aber die genaue Lage hatte ich nicht ausmachen könne. Es ging verdächtig gut voran. Doch ich sollte schon nach dem ersten Abzweig auf einen Schotterweg wieder zurück in die grausige Realität des Gebirgsweges geholt werden. Denn jetzt ging es für 3 Kilometer erst einmal steil bergauf auf eine Höhe von 670 Meter. So steil, dass ich wieder Schieben musste. Ist ja auch klar, denn ich bin am Grossen Kornberg, mit seinen 827 Metern Höhe einem der Eckpfeiler des Fichtelgebirges. Oben angekommen (so dachte ich) und mitten Wald war da plötzlich oberhalb des Weges eine Bank mit Tisch.
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Zigeunersteine
mitten im Wald.
Das muss Vorsehung gewesen sein. Und während ich genüsslich einen Müsliriegel ass, liess ich den Blick ein wenig über die Gegend schweifen. Und was, meine lieben Droogs, sehe ich ca. 300 Meter tiefer im Wald liegen???
Die Zigeunersteine! Die Zigeunersteine sind eine Granitfelsgruppe aus lose herumliegenden Steinen, deren grösster eine Masse von ca. 250 Tonnen hat. Einer dieser Steine liegt so lose auf den anderen, dass er mit einem Hebel ohne Weiteres von Hand bewegt werden kann. Der Sage nach fanden hier in früherer Zeit Zigeunerhorden ihren Unterschlupf. Um 16:15 war ich dort, um sie für Euch fotographisch zu dokumentieren Smiley.

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Die Zigeunersteine.
Die Ruine der Burg Hirschstein sollte das nächste Ziel dieser Etappe werden. Sie gehört zu den ältesten Ruinen des gesamten Fichtelgebirges. Ihre Geschichte lässt sich bis in das Jahr 1206 zurückverfolgen. Der Weg dorthin führte zunächst einmal bis auf 590 Meter ü. NN bergab. Nach einer Weile komme ich an eine Kreuzung, von der aus zwei Wege weiter bergab führen. Nur ein einziger Weg führt steil bergauf. Und genau dieser Weg ist es, den das GPS als den Richtigen vorgibt. An Fahren war nicht zu denken, also war für die nächsten 2 Kilometer wieder Schieben angesagt. Schliesslich kam ich auf einer Höhe von ca. 730 Meter an ein Plateau, von dem aus 2 Wege weiterführten. Keiner dieser Wege deckte sich jedoch mit der Karte oder der vorprogrammierten Route im GPS. An diesem Punkt gibt es bei OpenStreetMaps wahrscheinlich noch einen schlecht dokumentierten Bereich. Von der Ruine Hirschstein war auch weit und breit nichts zu sehen, obwohl sie sich laut GPS hier in der Nähe befinden sollte. Es half alles nichts, einer der beiden Wege musste es ja nun sein. Weg Nr. 1 führte rechts herum wieder bergab. Doch nach einer Weile stellte sich heraus, dass sich der Schlusspunkt dieser Etappe (Campingplatz Halalipark) immer weiter in Richtung 9:00 verschob. Dieser Weg war offensichtlich der Falsche.

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Der Fels, auf dem die
Burgruine Hirschstein steht.
Ich hielt also an, um noch einmal nachzudenken. Plötzlich entdeckte ich auf der rechten Seite des Weges, tief im Wald versteckt, eine riesige Felsformation. Und oben auf dem Gipfel dieses Felsens war ein Geländer zu erkennen. Ich stellte das Rad am Wegesrand ab und erkundete den Felsen zunächst einmal aus der Nähe. Von hier aus gab es jedoch keine Möglichkeit, den Felsen zu erklimmen.

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Die Burgruine Hischstein.
Zurück musste ich sowieso. Deshalb fuhr ich unverdrossen mit zusammengebissenen Zähnen wieder bergauf und zurück zum Plateau. Jetzt galt es erst einmal, einen Aufstieg auf den gerade entdeckten Felsen zu finden. Hierzu fuhr ich dann sogar noch ein Stückchen den Weg hinunter, auf dem ich hergekommen war. Links von mir führte jetzt ein kleiner, völlig unscheinbarer Trampelpfad in den Wald. Das Rad kam wieder an die Kette und nur mit der Kamera bewaffnet zog ich los, diesen Pfad zu erkunden. Und mit einem Mal wurde mir klar, dass ich auf dem Weg zur Ruine Hirschstein war. So hat sich das Ganze dann doch noch gelohnt, obwohl von der ehemaligen Burg nur noch wenige spärliche Reste zu sehen sind.

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Blick von der
Burgruine Hirschstein.
Da jetzt ja nur noch eine Alternative an Weg vorhanden war, fiel die Entscheidung leicht. Eigentlich stand noch die Besichtigung der Schönburgwarte auf dem Programm. Die Schönburgwarte ist ein Aussichtsturm mit einer sehr wechselhaften Geschichte. Es war jedoch mittlerweile schon wieder bedenklich spät. Dieser Punkt wurde deshalb kurzerhand von der Liste gestrichen.
Der Weg führte nun weiter bergauf bis auf ca. 780 Meter über NN. Irgendwo hier sollte nun eine Möglichkeit zum Abbiegen nach rechts kommen. Sie kam aber nicht. Ich musste wohl oder übel wieder verschiedene in Frage kommende Wege ausprobieren. Keiner dieser Wege führte letztlich jedoch auch nur annähernd in die gewünschte Richtung. Während der Suche kam ich zweimal an einer Skipiste vorbei, die genau in die richtige Richtung führte. Kurz entschlossen sprang ich vom Rad und kletterte in halsbrecherischer Art und Weise auf dieser Skipiste mit Sack und Pack hinunter ins Tal.

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Rückblick auf den
grossen Kornberg mit der
Schönburgwarte
Unten angekommen, klinkte sich das GPS wieder in die vorprogrammierte Route ein und es ging über kleine Asphaltstrassen bei schöner Abendsonne zum Campingplatz Halalipark in der Nähe des Örtchens Heidelheim.

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Abendstimmung in
Heidelheim.
Bei der Ankunft um 19:20 war es auch schon recht kühl und mich fröstelte schon sehr. Aber nach einem Schnitzel mit Pommes im bordeigenen Restaurant des Halaliparks war wieder alles gut. Das Zelt wurde wieder im Dunkeln aufgebaut. Zur Belohnung gab es dann so gegen 21:30 noch einen leckeren Tee vom eigenen Kocher und um 22:00 waren alle Schotten dicht.

Gefahrene Kilometer: 30 km, Schnitt: 10,6 km/h

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Etappe 5  Heidelheim/Selb - Grossbüchelberg, 02.09.2011

Der 01.09.2011 war ein Ruhetag bei strahlendem Sonnenschein.

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Campingplatz Halalipark
Gut ausgeruht, war ich schon um 7:00 auf den Beinen. Es war neblig und kühl. Als Erstes wurde alles Bewegliche schon mal in die Taschen gepackt. Das Zelt sollte in der hoffentlich bald kommenden Morgensonne noch etwas abtrocknen. Ich ging daher erst einmal zum Frühstück. Die Somme kam nicht wirklich raus, sodass das Zelt im nassen Zustand eingepackt wurde.

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Morgennebel bei Abfahrt
Um 10:30 war Abmarsch im Nebel. Es war immer noch kühl und ich hatte über einem langärmeligen Hemd zusätzlich meine legendäre Bergans-Jacke an, um die Feuchtigkeit abzuhalten.
Der Weg führte am Flüsschen Eger entlang und nach einigen Kilometern musste ich aufgrund landschaftlicher Schönheit schon wieder vom Rad steigen. Der Egerstausee lud zum Verweilen ein.
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Der Eger-Stausee
Langsam löste sich der Nebel auf und die Sonne stand mittlerweile auch in ganzer Pracht am Himmel. So verging die nächste halbe Stunde schon wieder wie im Fluge, aber leider ohne zurückgelegte Kilometer! Die Wege waren gut und es ging schnell weiter voran.





Das nächste Ziel sollte das Städtchen Thierstein sein.
In Thierstein (ca. 1300 Einwohner) gibt es neben der sehr schönen Kirche auch die Ruine der Burg Thierstein zu sehen. Ausserdem hat Thierstein eine seltene geologische Gesteinsformation, den sogenannten Säulenbasalt, zu bieten.
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Burgruine Thierstein
Thierstein liegt auf einem Hügel, den es erst einmal mit den Fahrrad zu erklimmen galt. Es ging daher für ca. 1 Kilometer erst einmal wieder auf eine 10 - 12%ige Steigung. Ich habe es tatsächlich ohne Absteigen bis in den Ort geschafft, dem Ruhetag sei Dank Smiley.
Die Geschichte der Ruine der Burg Thierstein geht bis zurück ins Jahr 1343. Sie thront hoch über der Stadt.
Bis zur tschechischen Grenze sind es von hier aus übrigens nur noch ca. 14 Kilometer.

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Thiersteiner Säulenbasalt
Der Thiersteiner Säulenbasalt befindet sich in promminenter Gesellschaft. Weitere, sehr bekanntes Vorkommen von Säulenbasalt gibt es neben dem Gangolfsberg in Bayern z. B. am Giant´s Causeway in Nordirland, in Detunata Goala, Rumänien .
Wie durch Zufall konnte ich hier gleich noch einen Geocache miterledigen. Dieser Earthcache hat mich ursprünglich auf die Spur des Thiersteiner Basaltes gebracht. Geocaching bildet offensichtlich!


Um 12:30 war hier alles erledigt und weiter ging's über Neuhaus nach Arzberg. Unterwegs galt es aber noch, einen Schluck gesunden Wassers zunehmen. Und das geschah am Kothigenbibersbacher Sauerbrunnen, der unmittelbar am Weg lag.
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Der Kothigenbibersbacher
Sauerbrunnen
Schon im 30jährigen Krieg war dieser Brunnen mit seinem sehr eisenhaltigen Wasser bekannt. Das Wasser wurde vor allem Patienten mit schwachen Nerven empfohlen. Na, dann kann das Wasser für mich nur gut sein Smiley! Füllt man das Wasser aus diesem Brunnen in Trinkflaschen ab, so fällt nach einiger Zeit das Eisen aus. Um dies zu vermeiden, sollte dem Wasser ein Spritzer Zitronensaft zugegeben werden. Das Wasser schmeckt übrigens rechts gewöhnungsbedürftig, etwas säuerlich (daher wohl der Name des Brunnen) und schal. Diese Gegend hier um Selb, Hohenberg, Arzberg und Schirnding ist übrigens eine Hochburg der Porzellan-Manufaktur. Dies wiederum ist dem guten Herrn Carolus Magnus Hutschenreuther zu verdanken. Der gute Mann entdeckte im Jahre 1814 nennenswerte Kaolinvorkommen in der Gegend um Hohenberg. Kaolin wiederum ist wesentlicher Bestandteil des weissen Porzellans und damit schliesst sich dieser Kreis. Etwas nördlich vom Sauerbrunnen steht eine Gedenktafel, die an C. M. Hutschreuther erinnert. Ich wollte sie besuchen, bin aber leider daran vorbei gefahren.
Um 14:30 endlich in Arzberg angekommen ging es erst einmal in die Pommesbude. Im naheliegenden Supermarkt wurden dann noch ein paar Bananen etc. eingekauft.
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Turbinenläufer in
Arzberg
Diesen Umsatz hatte der Supermarkt eigentlich nur dem Turbinenläufer zu verdanken, der dort am Rande des Parkplatzes zur Schau gestellt war. Dieses Baby bringt immerhin 15000 KW bei 3000 U/min auf die Beine. Wie der Einige von Euch vielleicht wissen, bin ich ja in den letzten Jahren immer mal wieder in Sachen Dampfturbinen in der Welt unterwegs. Allerdings sind die Turbinen, mit denen ich es dann zu tun habe, doch noch um einiges grösser. Ehrensache also, dass ich diesen Läufer entsprechend würdige.

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Schmiedehammer,
dampfmaschinengetrieben
Arzberg selbst liegt am südöstlichen Rand des Fichtelgebirges. Hier florierte in früherer Zeit der Eisenerzabbau mit den entsprechenden Weiterverarbeitungsbetrieben. Einen aus der damaligen Zeit herüber geretteten Schmiedehammer habe ich aufgesucht.
Alexander von Humboldt hat einige Jahre (1792 - 1796) in Arzberg gelebt.
Weitere Sehenswürdigkeiten, wie den Kirchberg oder den Pulverturm habe ich mir aus Zeitgründen geschenkt. Vielleicht führt mich der Weg ja noch einmal hierher.
Mittlerweile war es auch schon wieder 17:00. Es war dringend Zeit, endlich wieder aufzubrechen.
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Zuviel versprochen? Smiley
Der Weg heraus aus Arzberg war wieder mal so richtig steil und zwang mich zwei mal zum Absteigen, aber nicht zum Schieben!!! Kommt da etwa langsam ein wenig Training durch??? Schön wär's ja.


Nun ging es jedenfalls zunächst einmal für 6 Kilometer auf Asphalt direkt nach Osten. Dann war der östlichste Punkt der ganzen Reise erreicht. Die Grenze zur Tschechei war nun nur noch ca. 3 Kilometer entfernt.

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Dreifaltigkeitskirche in
Kappl
Jetzt 2 Kilometer in südliche Richtung und das nächste Etappenziel kam in Sicht. Hierbei handelte es sich um die Wallfahrtskirche Kappl zur Heiligen Dreifaltigkeit. Dem interessierten Leser sei für weitere Informationen über diese interessante Kirche deren Website ans Herz gelegt.
Die Kirche umgibt ein sehr grosszügiger Park, in dem sich auch ein zur Gaststätte umgebautes Gesindehaus befindet. Hier kehrte ich noch auf ein gepflegtes Radler ein.

Nach weiteren 20 Minuten ging es wieder los in Richtung Waldsassen, um der dortigen Stiftsbasilika Waldsassen noch einen viel zu kurzen Besuch abzustatten. Die Basilika gehört zu den bedeutendsten und prächtigsten Barockkirchen des gesamten süddeutschen Raums.
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Stiftsbasilika
Waldsassen
Leider wurde es mittlerweile langsam dunkel und ich geriet ein wenig in Eile. Trotzdem möchte ich hier noch schnell auf einen Blick in die Abtei verweisen. Dieser Blick lohnt sich bestimmt. Ein weiterer grandioser Blick ist der in die weltberühmte Stiftsbibliothek der Abtei Waldsassen. Mittlerweile war es 19:00 und ich musste mich nun von Waldsassen losreissen, um im Gewaltmarsch noch vor Einbruch der Dunkelheit zum Etappenziel, dem Campingplatz Grossbüchelberg zu gelangen.

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3 Kilometer vor dem Ziel
Langsam wurde es wieder kühl, und wie üblich, wenn es zum Ende einer Etappe ging, ging es wieder ziemlich stark bergauf. Etwas nördlich von Mitterteich, 3 Kilometer vor dem Ziel musste ich noch einmal zum Luftholen absteigen und um das letzte Foto des Tages zu machen. Danach ging es immer steiler hinauf nach Grossbüchelberg. Die letzten 800 Meter musste ich sogar wieder schieben. Und dabei wurde ich von einem Elektro-Rollstuhlfahrer begleitet, der mir ständig Mut zusprach und versicherte, dass ich gleich am Ziel sei. Ich war heilfroh, als die Schieberei endlich ein Ende hatte und ich auf dem Campingplatz angekommen war.

Gefahrene Kilometer: 54 km, Schnitt: 10,73 km/h

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Etappe 6  Grossbüchelberg - Bad Alexanderbad, 04.09.2011

03.09.2011 Ruhetag bei 30°C. Am 04.08.2011 war ich um 8:00 munter, alle Sachen waren schnell gepackt und mangels geigneter Sitzmöglichkeiten ging es ohne Frühstück schon um 10:15 los. Das heutige Etappenende sollte nach ca. 42 Kilometern der Campingplatz Luisenburg sein.
Etappenziel Nr. 1 war heute die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Fuchsmühl.
Bei der Abfahrt war es diesig bei 15°C. Zunächst setzte sich erst einmal der Berg fort, den ich mich schon auf dem Weg zum Grossbüchlberger Campingplatz hoch gequält hatte. Nach einem Kilometer ging's in den Wald, der Strassenbelag änderte sich von Asphalt auf Split. Wanderer, die bei einer Hütte im Wald rasteten, riefen mir wieder zu, ich solle durchhalten, der höchste Punkt sei nahe. Es ging gut voran. Wald und wiesen wechselten sich ab und auch die Sonne bahnte sich langsam ihren Weg durch den frühmorgendlichen Dunst.
Irgendwann kam ich ab die Autobahn A9. Kurz vorher hielt ich noch einmal an, um für ein paar Minuten zu verschnaufen. Ein Hobby-Fischzüchter kam mit seinem Auto vorbei und hielt auf ein Schwätzchen an. Jetzt bekam ich erst einmal einen kurzen Einblick in die Teichfischzucht und musste mir allerlei Dinge an dem Fischteich hinter uns anschauen. Fischreiher und Kormorane, für mich wunderschöne Tierchen, sind scheinbar die grössten Feinde der Fischzüchter. Leider war nie einer dieser Vögel zu sehen, wenn ich mit der Kamera schussbereit dastand. Nach 15 Minuten ging jeder von uns wieder seines Weges.

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und es kam schlimmer
Bis hierhin war alles sehr gut gegangen und ich dachte so bei mir: Na, dass hätte schlimmer kommen können. Und es kam schlimmer, und zwar direkt nach der Unterquerung der A93. Hier ging es für ca. 500 Meter über einen völlig verwachsenen Pfad entlang der Autobahn. Meterhohes Gras und kein Ende abzusehen. An Fahren war natürlich überhaupt nicht zu denken, aber auch das Schieben war sehr beschwerlich. Endlich wieder auf festem Grund angekommen, war ich erstmal völlig fertig und musste eine Pause einlegen.
Danach ging es schnurstracks weiter nach Fuchsmühl. Linkerhand gab es noch einmal einen Sauerbrunnen, den ich aber aus Zeitgründen nicht mehr besichtigt hatte. Nach Fuchsmühl ging es auf ca. 3 Kilometer wieder ziemlich steil hoch. Motorradfahrer überholten mich auf der schönen, kurvenreichen Strecke. Ab und an wünschte ich, ich könne auch auf solch einem Hobel den Berg hinauf fliegen.

Nach zwei kurzen Erholungspausen kam ich dann endlich in der Gemeinde Fuchsmühl an. Click to enlarge
Blick zurück von der
Wallfahrtskirche zum
Ortseingang


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Wallfahrtskirche
Maria Hilf
Fuchsmühl liegt in der Oberpfalz in der nordöstlichen Ecke des Naturparks Steinwald und hat knapp 2000 Einwohner. Würde da nicht diese grandiose Wallfahrtskirche stehen, wäre ich wohl achtlos hindurchgefahren. So aber musste natürlich die Kirche besichtigt werden.
Die Wallfahrtskirche Maria Hilf in Fuchsmühl wurde im barocken Baustil zwischen 1712 bis 1725 an der Stelle einer Kapelle erbaut. Sie steht am höchsten Punkt des Ortes.
Ihre beiden Türme waren früher höher und hatten Zwiebeldächer, jedoch wurden sie mehrmals durch Stürme abgedeckt und deshalb im 19. Jahrhundert in der Höhe reduziert und die Dachform wurde in Zeltdächer geändert.
Nach einem Blick ins Innere der Kirche ging es rechts hinter der Kirche wieder bergauf in den Wald. Click to enlarge
Blick zurück im Zorn
Und als ich den Waldrand endlich ereicht hatte, fiel mir auf, dass ich einige Sachen auf der Treppe neben der Kirche vergessen hatte. Da blieb mir nichts anderes übrig, als noch einmal zurückzufahren, um die Sachen zu holen. Ahhhh. Aber das war natürlich nur der Anfang. Denn jetzt ging es hinauf zur Platte, dem mit 946 höchsten Berg im Steinwald. Es gibt nebenbei bemerkt noch einen weiteren, 885 m hohen Berg namens Platte im Schneebergmassiv des Fichtelgebirges.

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Der Hackelstein
Zunächst galt es erst einmal, den 723 Meter hoch gelegenen Hackelstein zu erreichen. Der Hackelstein ist nichts anderes als eine aus Granit bestehende Felsformation, die plötzlich und unvermittelt mitten im Wald steht. Sie ist mit Treppen und Klettersteigen versehen und somit für den Tourismus erschlossen. Eine Stunde ist schnell vergangen, wenn man ein wenig in den Felsen herumklettert und so wurde es um 15:15 höchste Zeit, wieder aufs Rad zu steigen, um zum nächsten Punkt der Tagesordnung zu kommen.

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Der Weg zur Ruine
Weissenstein

Das nächste Ziel auf dieser Etappe war die Ruine der Burg Weissenstein.

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Die Ruine Weissenstein
Die Ruine liegt auf 831 Metern Höhe ü. NN. Der Weg dorthin ging daher zwangsläufig weiter bergauf. Er wurde immer beschwerlicher und war nach zwei Dritteln der Strecke schlichtweg unbefahrbar. Entgegenkommende Wanderer erzählten mir, dass es besser sei, umzukehren oder wenigstens zu Fuss weiter zu gehen. Niemand soll sagen, ich würde einen guten Rat nicht beherzigen. So band ich mein Stahlross wieder an einem Baum an, nahm nur meinen Rucksack mit der Kameraausrüstung mit und machte mich zu Fuss auf die letzten 1500 Meter. Rückblickend kann ich mir nur auf die Schulter klopfen, diesen Rat befolgt zu haben. Hier an der Burg erkannte ich dann, dass es durchaus auch einen befahrbaren Weg zu dieser Ruine gegeben hätte. Aber der Fränkische Gebirgsweg geht halt seine eigenen Wege. Smiley Die noch vorhandenen Gebäudeteile der Burgruine wurden zwischen 1996 und 2000 restauriert und somit der Nachwelt erhalten.
An diesem exponierten Plätzchen blieb ich insgesamt auch wieder eine gute Stunde und langsam war es schon bedenklich spät. Eigentlich hätte jetzt der Oberpfalzturm an die Reihe kommen sollen. Aber der Oberpfalzturm sowie der Gipfel der Platte wurden aus Zeitgründen kurzerhand von der Tagesordnung gestrichen. Und so ging es dann flugs zurück zum Fahrrad, dass da geduldig und unberührt am Hang wartete. Mittlerweile war es schon kurz vor 17:00 und ich musste dringend etwas vernünftiges essen.

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Das Haus Marktdrewitz

Das Marktdrewitzer Haus lag in der Nähe und dazu noch auf dem Weg. Obwohl ich noch ca. 20 Kilometer vor mir hatte, fuhr ich zunächst erst einmal dorthin. Es gab leckeren Wildschweinbraten und zwei schöne, kühle Radler. Die eine Hälfte meiner Aufmerksamkeit galt dem Eseen und dem wunderschönen Ausblick über die Waldershofener Senke bis hin zum Kösseinemassiv, die andere Hälfte wurde vom ständigen Kampf mit den allgegenwärtigen Wespen in Anspruch genommen.
Nach dem Essen war es nun aber höchste Zeit, die Beine in die Hand, resp. die Pedale unter die Füsse zu nehmen und die restlichen 20 Kilometer abzuspulen. Es ging bergauf und bergab, meist auf asphaltierten Wegen und Strässchen. Unterwegs fragte ich noch einmal zwei nette Damen nach dem Weg nach Luisenburg. Der Campingplatz in Luisenburg war das Endziel dieser Etappe, doch das sollte sich leider noch ändern. Die Beiden boten mir jedenfalls zwei Alternativen an. Die erste war kürzer, aber nur für Mountainbikes geeignet, die zweite führte weiterhin über asphaltierte Strassen, war dafür aber etwas länger. Da mein Bedarf an schlechter Wegstrecke für heute bereits gedeckt war, war also Alternative Nr. 2 die erste Wahl.
Mittlerweile wurde es bedenklich dunkel und meine Hoffnung, den Campingplatz noch wenigstens in der Dämmerung zu erreichen, schmolz dahin wie der Schnee in der Sonne. Also gab ich's auf, setzte mich kurzerhand in bereits völliger Dunkelheit auf einen Holzstapel und rauchte mir erst mal eine. Dann ging's weiter und hinein nach Bad Alexanderbad.

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Etappe 7  Bad Alexanderbad - Fichtelberg, 02.09.2011

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